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Claudia Fährenkemper
*1959 Castrop-Rauxel - D

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USA 1987 – 1989 Series

60 x 50 cm / 24" x 20", Edition of 5 + 1 AP
Silver gelatine print on fiber based paper / Barytpapier

Claudia Fährenkemper - Landschaftsfofografien

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Antelope Canyon 1 Antelope Canyon 2 Antelope Canyon 8

Antelope Canyon 1, 1987

Antelope Canyon 2, 1988

Antelope Canyon 3, 1998

Antelope Canyon 5 Antelope Canyon 3 Antelope Canyon 6

Antelope Canyon 4, 1989

Antelope Canyon 5, 1989

Antelope Canyon 6, 1989
Antelope Canyon 7 Antelope Canyon 4  

Antelope Canyon 7, 1991

Antelope Canyon 8, 1991
Arches National Park 1 Arches National Park 2  

Arches National Park 1

Arches National Park 2


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Bankgebäude Goldgräberstadt Death Valley 1 Bankgebäude Goldgräberstadt Death Valley 2  

Bankgebäude Goldgräberstadt Death Valley 1

Bankgebäude Goldgräberstadt Death Valley 2

 
Basaltwand 1 Basaltwand 2  

Basaltwand 1

Basaltwand 2

 
Bodie 1 Bodie 2  

Bodie 1

Bodie 2


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Bryce Canyon 1 Bryce Canyon 2  

Bryce Canyon 1

Bryce Canyon 2

 
Canyon 1 Canyon 2 Canyon 3

Canyon 1

Canyon 2

Canyon 3
Checkerboard Mesa 1 Checkerboard Mesa 2 Checkerboard Mesa 3

Checkerboard Mesa 1

Checkerboard Mesa 2

Checkerboard Mesa 3
Checkerboard Mesa 4 Checkerboard Mesa 5  

Checkerboard Mesa 4

Checkerboard Mesa 5


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Death Valley 1 Death Valley 2 Death Valley 3

Death Valley 1

Death Valley 2

Death Valley 3
Death Valley 4   Death Valley Haus

Death Valley 4

 

Death Valley Haus
Grand Canyon 1 Grand Canyon 2 Grand Canyon 3

Grand Canyon 1

Grand Canyon 2

Grand Canyon 3
Grand Canyon 4 Grand Canyon 5 Grand Canyon 6

Grand Canyon 4

Grand Canyon 5

Grand Canyon 6
Grand Canyon White Rim Drive    

Grand Canyon White Rim Drive
 


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Mono Lake 1 Mono Lake 2 Mono Lake 3

Mono Lake 1

Mono Lake 2

Mono Lake 3
Monument Valley 1 Monument Valley 3

Monument Valley 1

Monument Valley 2
 
Monument Valley 4 Monument Valley 5 Monument Valley 6

Monument Valley 4

Monument Valley 5

Monument Valley 6
Painted Desert 1 Painted Desert 2 Painted Desert 3

Painted Desert 1

Painted Desert 2

Painted Desert 3
Painted Desert 4 Painted Desert 5 Painted Desert 6

Painted Desert 4

Painted Desert 5

Painted Desert 6
Painted Desert 7    

Painted Desert 7
 


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Steinstruktur 1 Steinstruktur 2 Steinstruktur 3

Steinstruktur 1

Steinstruktur 2

Steinstruktur 3
Tipi Hotel   White House Ruins

Tipi Hotel
 
White House Ruins
Zabriskie Point Death Valley 1 Zabriskie Point Death Valley 2 Zabriskie Point Death Valley 3

Zabriskie Point Death Valley 1

Zabriskie Point Death Valley 2

Zabriskie Point Death Valley 3
 
 

Claudia Fährenkemper - Landschaftsfotografien

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Die Fotografin Claudia Fährenkemper beschäftigt sich fast ausschließlich mit dem Sujet „Landschaft". Sie ist auf der Suche nach weiten, von Menschenhand noch unberührten Urlandschaften, wo endogene und exogene Kräfte und Prozesse, die im Lauf der Erdgeschichte zur Gestalt und zum Formenschatz beigetragen haben, noch ablesbar sind - dem „Landschaftserlebnis pur" auf der Spur.

Diesen Anspruch kann sie in der zersiedelten Kulturlandschaft Deutschlands kaum noch finden und weicht daher aus in Länder wie z.B. Irland oder USA, die ein solches Landschaftserlebnis in bestimmten Gegenden noch ermöglichen.
So gibt es im Südwesten der USA noch weitestgehend ursprüngliche Landstriche, die teilweise in Form von Nationalparks bewusst vor der Überformung durch den Menschen geschützt werden und somit fast ausschließlich natürlichen geologischen und physikalisch-chemischen Prozessen, vor allem der Verwitterung und Abtragung durch Wasser und Wind, unterworfen sind. In letzter Konsequenz stellt jedoch die Fotografie dieser „natürlichen Landschaft" nur eine Illusion dar. Claudia Fährenkemper erreicht diese durch den Einsatz künstlerischer bzw. fotografischer Mittel, vor allem durch eine starke Selektion der Wirklichkeit, häufig z.B. durch die Darstellung von Landschaftsdetails, die menschliche Spuren ausschalten. Gerade diese Beschränkung auf Formen und Strukturen von Landschaftsausschnitten verleihen Claudia Fährenkempers Fotografien diese Ruhe, Reinheit und Ästhetik, die zur Vertiefung und Versenkung anregen und starke Gefühle und Assoziationen auszulösen vermögen.

So ruft eine mehrteilige Serie von Canyon-Bildern beim Betrachter fast mythologische Assoziationen hervor. Wasser hat die Felsen dieser „Unterwelt" wie ein Bildhauer bearbeitet. Sie sind teilweise so ausgehöhlt, dass sie an figürliche Formen, Gestalten, Gesichter oder an Zwitterwesen wie Sphinxen erinnern, bedrängend und ungeheuer körperlich, aber auch kurios. Der Entstehungsprozess bzw. seine Dauer spielt in den Fotografien jedoch eine völlig untergeordnete Rolle.

Ähnliches wird auch in den Fotografien eines Dünengebiets mit Gipsabsonderungen im Death Valley deutlich. Diese Region gehört zu den heißesten Wüsten der Erde mit gleißendem Licht und einem Klima zum Kollabieren. In einer ästhetischen, ruhigen Abfolge von vier Bildern geschah eine Annäherung an einen einzigen kleinen Landschaftsausschnitt von verschiedenen Standorten aus unterschiedlichen Perspektiven, bei sich schnell wandelnden Lichtverhältnissen. Durch zunehmende Betonung des Details kommt es in dieser Bildfolge zur „Auflösung" einer Wüstenlandschaft, die durch das Licht und die fast körperlich spürbare Unbeweglichkeit der Luft ins Magische hinübergleitet.
Gleichzeitig aber wird in der Abfolge auch eine „Auflösung" der körperlichen Befindlichkeit, das Gefühl des Ausgesetztseins des Menschen bei zunehmender Intensität des Wüstenlichts deutlich spürbar. Nach und nach sind die harten Schlagschatten verschwunden, so dass die Landschaft wieder gleichförmig im gleißenden Licht daliegt.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass der Eindruck der Unberührtheit dieser Landschaften, das Entstehen von Gefühlen und Assoziationen beim Betrachter durch die für den Laien unmerkliche Manipulation im Akt des Fotografierens und durch die Arbeit im Labor hervorgerufen wird.

Wenn sich Claudia Fährenkemper zum Aufbau ihrer 9x12-Kamera entschließt, hat sie bereits eine klare Bildvorstellung entwickelt. Oft ist damit jedoch stundenlanges Warten auf die entsprechenden Lichtverhältnisse verbunden, sie muss manchmal zu einem bestimmten Ort mehrfach anreisen, unter Umständen sogar über Jahre, um schließlich zu einem optimalen Bild zu gelangen. Das gilt nicht nur für die gut erreichbaren Braunkohlereviere, sondern trifft auch auf zwei Fotoreisen durch den Südwesten der USA zu. Ruhe, Zeit und Geduld sind somit wesentliche Faktoren, bevor die Kamera ausgelöst wird.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Beherrschung der technischen Möglichkeiten von Kamera, Film und Papier. Hervorzuheben ist vor allem die Steuerung des Kontrastes - entsprechend der Bildvorstellung - sowohl bei der Belichtungsmessung wie auch bei der Festlegung der Entwicklungsdauer direkt nach der Belichtung, individuell für jedes einzelne Filmblatt.

Die Negativentwicklung und die Herstellung des fotografischen Bildes auf Barytpapier sind aufwendig und langwierig. Um den gewünschten Ausdruck ihrer Bilder auch in dieser Phase noch zu verstärken, setzt Claudia Fährenkemper eine zusätzliche partielle Kontrastkorrektur ein, bei der Nuancen in der Betonung oder Unterdrückung von Bildteilen herausgearbeitet werden können. Zur besseren Haltbarkeit werden die Fotos abschließend noch getönt. Somit wird deutlich, dass ernsthafte, bewusste Fotografie nicht erst mit dem Auslösen der Kamera beginnt bzw. danach aufhört.

Eine andere Gruppe von Fotografien zeigt, welche Spuren der Mensch in der Landschaft hinterlassen hat, im Südwesten der USA ebenso wie z.B. in unseren Braunkohletagebau-Gebieten, denen ebenfalls eine geschlossene Gruppe von Fotografien gewidmet ist.
Eine vierteilige Serie befasst sich mit dem berühmten Monument Valley, ein touristisches Muss für alle Amerika-Reisenden und selbst dem, der noch nie dort war, bekannt als Kulisse zahlreicher Wildwestfilme.
Claudia Fährenkemper hat zunächst absichtsvoll den gängigen Standort gewählt. Was leicht vergessen wird: dass es sich hier um altes Indianerland handelt, das magische Kräfte ausströmte. Jede der bizarren Felsformationen hat ihren Namen, wurde einmal als Gottheit verehrt.
Die Bedrohung dieser magischen Urlandschaft und ihre Herabwürdigung zur reinen Kulisse zeigen die Fotografien des Stadions, der Schmuckverkaufstische und des Wigwam-Motels mitten in der Landschaft. Die moderne Zivilisation hat die alte Lebensweise, die Naturverbundenheit der Indianer so stark überformt, dass ihr Handeln kaum noch durch Ehrfurcht vor der Natur bzw. der einmaligen Landschaft bestimmt wird. Sie leben im Monument Valley der Natur entfremdet in Wohnwagen und von Stacheldraht eingezäunt. Ihre Wigwams werden in Beton als Motels vermarktet, Schmuckverkauf stellt für viele Indianer eine zusätzliche Einnahmequelle dar, bei einem Einkommen, das oft genug unter dem Existenzminimum liegt.
Vor der großartigen Landschaft wirken die leeren Verkaufstische mit ihrem Sonnenschutz wie vergessene Bühnenrequisiten. Durch die Abwesenheit ihrer Besitzer wird die makabre Einsamkeit der Dinge noch hervorgehoben, es macht sich Beklemmung breit. Man ist gezwungen, über die „zivilisatorischen" Errungenschaften des Menschen nachzudenken, was auch zu Fragen führt, wie Indianer heute leben müssen.

Die Fotografien, die im rheinischen Braunkohletagebau entstanden sind, beinhalten nur indirekt den Hinweis auf die gigantische Zerstörung von gewachsener Landschaft durch riesige Schaufelbagger, die weder Halt vor alten Siedlungen noch archäologischen Schätzen oder sonstigen kulturellen Kostbarkeiten machen. Thematisiert werden vielmehr die durch den Eingriff entstandenen eigentümlichen, für das Rheinland völlig untypischen, fremdartigen, neu gestalteten Landschaften, die nur für kurze Zeit so existieren und einer ständigen Veränderung unterliegen. Die Fotografien aus diesem Gebiet ähneln nicht nur den Canyonlandschaften, sondern oftmals auch Küsten- oder Wüstenlandschaften mit archäologischen Überresten. Nur durch die Einbeziehung typischer Requisiten, z. B. eines Baggers, eines Berieselungsstabes oder eines in der Ferne liegenden Kraftwerkes, verweist die Fotografin auf den tatsächlichen Entstehungsort.
Insbesondere der Braunkohletagebau ermöglicht ebenso wie die natürlichen Canyonlandschaften einen Einblick in die Erdgeschichte mit ihren Erosionsprozessen, die hier jedoch wie im Zeitraffer offengelegt werden. Beide Landschaftstypen zeigen überraschende Gemeinsamkeiten: die Abbausohlen ähneln den natürlichen Terrassenbildungen, und die Spuren des Baggers, der seine Zähne in die Erdschichten gegraben hat, erinnern an die natürlichen Wind- und Wassererosionen, nur in viel kleinerem Maßstab natürlich. Die Erdschichten sind bloßgelegt, nackt, und offerieren eine ganz eigentümliche Formenwelt, die Claudia Fährenkemper fasziniert, immer wieder, in immer neuen Lichtsituationen.

Im Arbeitsprozess fragte sie sich immer wieder, ob sie sich erlauben darf, von solcher Zerstörung ästhetisch schöne Bilder, Bilder der Stille, in denen die Zeit stehengeblieben ist, zu machen.

Es scheint, dass diese Frage eine grundsätzliche für einen Fotografen ist. Claudia Fährenkemper stellt es dem Betrachter anheim, Position zu beziehen. Wahrhaft künstlerische Aussage ist immer schillernd und eigentlich niemals für Tagesfragen geeignet.

Dr. Ulrika Evers, Köln November 1988
Städtisches Kramer Museum, 11.12.1988–08.01.1989

 
   

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© Claudia Fährenkemper
www.claudia-faehrenkemper.com
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